Sonntag, 25. Juni 2006

Stift Zwettl wird generalsaniert


Stift Zwettl wird generalsaniert
Kuratorium beschloss Zehn-Jahres-Plan. Sanierung beginnt im Frühjahr 2007

Das Waldviertler Zisterzienserstift Zwettl wird in den kommenden zehn Jahren generalsaniert. Das wurde bei der konstituierenden Sitzung des Kuratoriums zur Restaurierung des Stifts beschlossen, die am Donnerstag im Landhaus St. Pölten stattfand. Wie Landeshauptmann Erwin Pröll nach der Sitzung mitteilte, werden die Kosten der Sanierung des Stiftes auf sieben Millionen Euro geschätzt. Auch ein Zeitplan wurde bei der Sitzung erstellt: Der Start der Renovierungsarbeiten wird im Frühjahr 2007 erfolgen. Für das kommende Jahr sind Kosten von 750.000 Euro vorgesehen, wobei das Land Niederösterreich etwa 30 Prozent übernehmen wird, wie Pröll sagte.

Mit Landeshauptmann Erwin Pröll und dem Zwettler Abt Wolfgang Wiedermann nahmen Vertreter des Landes Niederösterreich, des Bundes, der Stadt und des Stiftes Zwettl sowie des Vereins der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl an der Sitzung teil. Im vergangenen Winter waren im Stift und besonders in der Stiftskirche zahlreiche bauliche Schäden offensichtlich geworden, vor allem auch durch von der Decke herabgefallene Putzteile. Schließlich habe sich herausgestellt, dass das gesamte Dach der Kirche und auch der Bibliothek äußerst renovierungsbedürftig sei, wie Pröll sagte. Der Landeshauptmann hob die Verantwortung des Landes gegenüber den Stiften und Klöstern hervor: Das Profil Niederösterreichs sei auch durch seine Stifte und Klöster geprägt. Diese Kulturgüter gelte es für die kommende Generation zu erhalten.

Pröll betonte auch den wirtschaftlichen Effekt, der durch die Investitionen in Renovierungs- und Sanierungsarbeiten ausgelöst werde. Damit würden laufend 200 bis 300 Arbeitsplätze abgesichert.

Abt Wolfgang Wiedermann wies auf die bereits durchgeführten Außenrenovierungsmaßnahmen des Stiftes in den vergangenen Jahren hin, betonte zugleich aber auch, dass die letzte gründliche Kirchenrenovierung bereits über 70 Jahre zurückliege. Die herabgefallenen Putzteile im vergangenen Winter seien ihm "fast wie ein Fingerzeig Gottes" vorgekommen, dass die Kirche nun einer umfassenden Renovierung bedürfe, so der Abt.

In der Zeit der Renovierung wird es für die Benutzung der Kirche bisweilen "Engpässe" geben, sagte der Abt. Die traditionellen Orgelfeste und die Pfarrgottesdienste würden aber stattfinden.

Dem Verein der Freunde des Zisterzienserstiftes Zwettl sei die Renovierung ein Herzensanliegen, betonte der Präsident des Vereins, Franz Romeder. Der Verein werde die Sanierung "ideell und auch materiell" unterstützen, so Romeder.

Die Zwettler Stiftskirche ist eines der bedeutendsten Sakralbauwerke Niederösterreichs. Sie ist ein hochgotisches Bau und stammt aus der Mitte des 14. Jahrhundert. Besonders die harmonische Verbindung von gotischem Bau und spätbarocker Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert wird weithin als äußerst gelungen bezeichnet.