Marienstatt - Abtwahl

P. Prior Bernhard Funk OCist

http://www.ora-et-labora.net/Nach einem erfüllten Leben als Priester und Ordensmann hat der gütige Gott unseren lieben Mitbruder, Profess- und Priesterjubilar
KR Alt-Abt Bertrand Walter Baumann OCist
am 17. Februar 2006 nach geduldig ertragenem Leiden zu sich gerufen.
Abt Bertrand wurde am 24. Juni 1917 in Traunstein geboren, wurde Sängerknabe im Stift Zwettl und maturierte 1936 in Schlierbach. Nach dem Eintritt in Stift Zwettl legte er 1937 die einfache Profess ab und studierte Theologie in Heiligenkreuz. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Die Wirren und Schrecken des Krieges hinterließen in seinem ganzen Leben tief greifende Spuren. Nach abenteuerlicher, geglückter Heimkehr erneuerte er seine Profess, empfing 1947 die Priesterweihe und schloss sein Studium im Canisianum in Innsbruck ein Jahr später ab.
Sein seelsorgliches Wirken begann er als Kaplan in Großschönau und setzte es in der Stiftspfarre fort. Nach der Leitung des Exerzitienhauses und des Bauamtes wurde ihm die Administration des stiftseigenen Weingutes Gobelsburg übertragen. Seit 1967 übernahm er zusätzlich die Seelsorgsarbeit in Hohenwarth und Gr. Riedenthal, ab 1977 jene in der Pfarre Gobelsburg.
Am 4. Februar 1980 wählten ihn die Mitbrüder zum 66. Abt des Stiftes. Zu den Höhenpunkten seiner Regierungszeit zählen die niederösterreichische Landesausstellung „Die Kuenringer, das Werden des Landes Niederösterreich“, die Initiierung des Internationalen Orgelfestes sowie die verschiedenen Neu- und Umbauten im Klosterbereich und in den inkorporierten Pfarren.
Im Kloster selbst schätzten und bewunderten wir seinen vorbildlichen Einsatz im täglichen Chorgebet, seine Pünktlichkeit und Genauigkeit in allen Verpflichtungen und seine ständige Sorge um das spirituelle und wirtschaftliche Wohlergehen und Wachstum des Klosters. Verantwortlich fühlte er sich besonders für das Kloster Porta Coeli in Mähren. Zahlreichen Menschen war er ein tätiger Helfer in ihren Anliegen. Für seine Verdienste wurden ihm Auszeichnungen seitens der Kirche, des Landes Niederösterreich und des Bundes verliehen.
Mit Vollendung des 75. Lebensjahres legte Abt Bertrand 1992 sein Amt als Abt zurück, stand aber für Aushilfen in der Seelsorge weiterhin gerne zur Verfügung. Als einen späten Höhepunkt seines Lebens betrachtete er seine Tätigkeit als Moderator in den Pfarren St. Wolfgang und Spital.
Unser lieber Mitbruder wird am Freitag, den 24. Februar 2006 im Kapitelsaal des Klosters aufgebahrt. Am Nachmittag desselben Tages und am Samstag Vormittag besteht die Möglichkeit, von Abt Bertrand persönlich Abschied zu nehmen. Am Samstag, den 25. Februar 2006, feiern wir um 13.30 Uhr das Requiem und begleiten ihn anschließend zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Klosterfriedhof.
Abt und Mitbrüder
Stift Zwettl
Das über Österreich hinaus bekannte 'Internationales Theologisches Institut' (ITI) wird den Standort Gaming aufgeben und in die Steiermark übersiedeln. Das bisher von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) betreute Stift Neuberg soll bis zum Sommer in die Obhut der Diözese Graz-Seckau sowie des Internationalen Theologischen Instituts für Studien zu Ehe und Familie übertragen werden.
"Mit der erzielten Einigung konnte eine klassische Win-Win-Situation für alle Beteiligten geschaffen werden", kommentiert Herbert Beiglböck, Wirtschaftsdirektor der Diözese Graz-Seckau, die Lösung für Neuberg. "Einerseits ist eine langfristige kirchliche Nutzung für die unmittelbare Umgebung des berühmten Münsters gesichert, andererseits wird die pfarrliche Infrastruktur verbessert, ohne die Baulast für die Diözese zu erhöhen." Hintergrund in der Diözese Graz-Seckau ist ein umfassender Reorganisationsprozess, durch den die wirtschaftlichen Grundlagen für die Seelsorge dauerhaft gewährleistet werden sollen. Unter anderem sollen ein modernes Immobilienmanagement, verbesserte Kommunikationsbemühungen und effizientere Verwaltungsabläufe Sparpotenziale realisieren und Raum für innovative Projekte ermöglichen.
"Aufgrund der positiven Entwicklung der letzten Jahre haben wir schon länger eine neue Heimat für unser Institut gesucht - mit Neuberg haben wir eine ideale Lösung gefunden", erklärt der Präsident des Internationalen Theologischen Instituts für Studien zu Ehe und Familie, Larry Hogan. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Pfarre und Diözese."
Das Internationale Theologische Institut (ITI), 1996 auf Initiative von Papst Johannes Paul II als päpstliches Institut für Studien zu Ehe und Familie gegründet, blickt bereits auf 10 Jahre erfolgreichen Wirkens in der Kartause Gaming zurück. Da auf Grund der geplanten Entwicklung der Studentenzahlen der mit anderen Einrichtungen geteilte Raum in der Kartause Gaming in absehbarer Zeit zu eng zu werden drohte, freut sich das ITI, eine neue Heimat an einem anderen wesentlichen spirituellen Ort Österreichs gefunden zu haben. Das ITI wird durch seinen Umzug nach Neuberg Ort und Region zusätzlich zu den bereits weithin bekannten Neuberger Kulturtagen beleben, da die weltoffene Studentengemeinschaft, die teilweise aus Familien mit kleinen Kindern besteht, den Kontakt mit der Bevölkerung suchen wird und alle Interessierten einlädt, Auftrag und Wesen des ITI kennen zu lernen, welches in besonderer Weise die kirchlichen Traditionen des Ostens und des Westens miteinander verbindet, was beispielsweise in Messfeiern nach römisch-katholischem und griechisch-katholischem Ritus seinen Ausdruck findet.
Das ITI versteht sich als Gemeinschaft von Lehrenden und Studierenden, die neben dem Unterricht auch gemeinsam ihren Glauben unter Anerkennung der verschiedenen Traditionen des jeweiligen Herkunftsstaates praktizieren. Die 51 Vollzeitstudenten im akademischen Jahr 2004/2005 kamen beispielsweise aus 16 verschiedenen Ländern, wobei der Anteil der Frauen fast die Hälfte und der Anteil der Laien fast drei Viertel der Studenten ausmachte. Längerfristig soll die Studentenzahl auf bis zu 200 Personen ansteigen.