Freitag, 16. Oktober 2009

Stiepel - Wallfahrt

Lichterketten des Friedens bei Stiepeler Wallfahrt erinnern an 1989

Vor 20 Jahren gab der Glaube an Jesus Christus, dem Licht der Welt und dem Friedensboten, Menschen den Mut, die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR zu wagen. Ohne das Wirken der Kirchen wäre diese unblutige Massenerhebung nicht möglich gewesen wären. Daran erinnerte zum Abschluss der Wallfahrt nach Stiepel die große Lichterprozession am 13. Oktober. In seiner Predigt ging der Essener Weihbischof Ludger Schepers, der diese leitete, darauf ein, dass sich die Gläubigen im Leiden mit Christus verbinden und dabei auf Maria, seine Mutter unter dem Kreuz, blicken sollen. Aus diesem Glauben konnte der verstorbene Papst Johannes Paul II. – wie der Stiepeler Wallfahrtsrektor P. Rupert Fetsch unterstrich – einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenbruch des unmenschlichen politischen Systems im ehemaligen Ostblock leisten. 1989 versammelten sich vor allem evangelische Christen wie auch Nichtchristen in Leipzig zum Friedensgebet in der Nikolaikirche und zogen mit über 70 000 Menschen – brennende Kerzen in den Händen tragend – friedlich über den Leipziger Innenstadtring – trotz drohenden Schießbefehls. Der Fall der Mauer am 9. November 1989 wäre ohne die Solidarität und die Hoffnung der Gläubigen nicht möglich gewesen.